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NOVEMBER

STADTWILDNIS

SAFARI DURCH DEN STADTDSCHUNGEL


Dass es in urbanen Gebieten so manchen Dschungel zu entdecken gibt, sowohl Parks als auch Industriegebiete von Tieren bevölkert sind, zeigt das Thema „Stadt“ mit einer großen Auswahl an Expeditionen und Safaris in Linz, Wels und Steyr. Immer wieder überrascht die Vielfalt der versteckten Flora und Fauna in der Stadt.

 

Die Highlight-Tour des Monats November ist deshalb ein neu entwickeltes Format für Steyr, wo sich das erfahrene Vermittlungsteam auf die Suche nach Spuren des nahe gelegenen Nationalparks macht. Hier werden nicht nur die beteiligten Nationalpark Ranger vorgestellt, sondern auch die bedeutende Rotbuche und der Schauplatz Untere Steyr-Unterhimmler Au.



Die wechselseitige Beziehung von Mensch und Natur ist historisch geprägt von Nähe und Entfremdung. Bis zur Gründung der ersten Städte lässt sich der Prozess der Entfernung vom „Natürlichen“ zurückführen. Im Lebensraum des Menschen, in den Städten und Dörfern, wurde über Jahrhunderte ein Terrain zurückgedrängter Natur geschaffen, ein Kulturraum der die Gefahren durch die Natur abwehrte. Dort leben sie heute, die lachenden Kinder und die lauten Jugendlichen, die verträumten Spaziergänger und die genervten Anrainer, die fleißigen Arbeiter und die aktiven Senioren. Aber nicht nur sie. Der bebaute Raum ist auch die Heimat der hungrigen Ratten, der schlauen Füchse, der nachtaktiven Marder und der klugen Raben. Neben den Tieren, den Parks und Alleen zeichnen die wilden Flüsse und einsamen Gstätten, die Baulücken und Bahndämme, die Industrie- und Verkehrsflächen ein dynamisches Bild der Stadtwildnis. Der Wildwuchs in der Stadt sprießt aus allen Ritzen!

Walk on the Wild Slide

Tief aus den Alpen suchen in Oberösterreich die Flussläufe ihren Weg in den Norden, um dann vereint mit der Donau weiter bis zum Schwarzen Meer zu ziehen. Bei Zwischenbrücken in Steyr treffen die beiden Gebirgsflüsse Steyr und Enns aufeinander. Diese Flussgabel dient der alten Eisenstadt als Erkennungszeichen, hier holte sich Franz Schubert seine Inspirationen für das Forellenquintett, ein pittoresker Natur-Stadt-Raum wo noch heute Forellen, Saiblinge und Huchen ihren Weg zu den Laichgründen suchen. Dort mitten im Herzen von Steyr macht sich ab diesem Jahr NATURSCHAUSPIEL auf eine Expedition nach den Spuren des Nationalpark Kalkalpen in der Stadt. Erkundet werden alte Buchen und knorrige Eiben, verborgene Blütenwunder im Konglomeratfelsen und außergewöhnliche Steine sowie Spuren von Biber und Fischotter.

Hinaus, hinaus

Wanderungen durch das verbaute Gebiet, zu den Brachen und Baulücken, zu den Hinterhöfen und Gewerbeflächen, also abseits touristischer Routen, lassen die Städte in einem völlig neuen Bild erscheinen. Vielfältige Zusammenhänge, neue Perspektiven, unerwartete Situationen und außergewöhnliche Orte bieten diese Naturschauspiele. Vergleichbar spannende Inhalte vermittelt der Botaniker und Stadtökologe Fritz Schwarz auf seiner Tour „Nach Linz hinaus“ ins Industriegebiet im Linzer Hafen. Der Dschungel der Großstadt zeigt sich dort bunt: Urban Gardening, der letzte Donaufischer, die Wechselkröte und nebenan ein Heizkraftwerk und ein Segelflugplatz.

Natur entwickelt sich vor allem spontan, ungeplant, subversiv, vielfältig, dynamisch und von selbst. Die Natur macht vor der Stadt nicht halt. Auch nicht vor Friedhöfen! Das machen sich die Stadtimker der Linzer Biene zu Nutze. Am Barbarafriedhof sind ihre Bienenstöcke postiert, verständlich dank dem reichen Blütenangebot in dieser Anlage. Friedhöfe sind gestaltete, geplante Naturflächen, wie auch die Parkanlagen. An diesen Orten manifestiert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, zwischen Gestaltung und Wildnis, zwischen Kontrolle und Zulassen.



 

vermittler schabhuettl felbauer jansesberger oyrer

 

NATURVERMITTLER/IN IM PORTRÄT

PETRA SCHABHÜTTL, MARIA FELBAUER, HERMANN JANSESBERGER, SUSANNE OYRER

 

Unter dem Pflaster der Strand“, hieß es im Paris der 1960er Jahre. Daran ist etwas: Stadt überschreibt die Natur bloß und überformt sie, doch nie vermag sie alle ihre Spuren zu tilgen. Umgekehrt macht die Natur auch vor der Stadt nicht Halt. Pflanzen wandern ein und zahlreiche Wildtiere finden hier reichlich Futter und zwischen den Häusern Schutz vor hohem Jagddruck. Maria Felbauer und Hermann Jansesberger, Susanne Oyrer, Petra Schabhüttl und Gerhard Lindner wissen um die vielfachen Verflechtungen von Ballungsraum und Natur in ihrer Stadt, in Steyr. Sie lesen ihren täglichen Lebensraum als Resonanzkörper der Wildnis im nahen Nationalpark Kalkalpen.

 

Da ist das Schloss der Grafen Lamberg, die vor 400 Jahren nahe der Stadt ganze Wälder als Energiespender für die Eisenverarbeitung roden und gleichzeitig erste Schutzgebiete für die Jagd entstehen ließen. Die mächtigen Buchen im Steyrer Schlosspark geben einen kleinen Eindruck von den urtümlichen Buchenwäldern im Hintergebirge und dem bestimmenden Baum in den „wilden“ Nationalpark Wäldern.

Da sind über 800 Quellen, aus denen sich Enns und Steyr speisen und als reines Wasser durch die Stadt strömen – vor gar nicht allzu langer Zeit auch noch als Transportader für das im Sengsen- und Hintergebirge geschlagene Holz. Mit dem Wasser sind auch die Steine aller Erdzeitalter nach Steyr gekommen, wo die Nationalpark Ranger auf den Schotterbänken anhand einer Reihe Steine eine kleine Geologiegeschichte der Kalkalpen erzählen können.

 

 

art rotbuche

 

PFLANZENPORTRÄT DES MONATS

ROTBUCHE

MUTTER DES WALDES

 

Obwohl die Buche als die häufigste Laubbaumart in Oberösterreich gilt, sind naturnahe Buchenwälder mittlerweile selten geworden. Vielerorts musste der Laubbaum mit den ganzrandigen Blättern und der glatten Borke der forstwirtschaftlich interessanteren Fichte weichen. Dabei ist unter natürlichen Verhältnissen die Buche auf mittleren Standorten – nicht zu feucht und nicht zu trocken – beinahe konkurrenzlos. Im Nationalpark Kalkalpen gibt es noch großflächig alte, natürliche Buchen- und Buchenmischwälder.  Sie beeindrucken vom ersten Blattaustrieb bis zur herbstlichen Farbenpracht. Für Nachwuchs sorgt die Buche in den sogenannten Mastjahren. Die nun im Überfluss produzierten Bucheckern werden vor allem von Nagern verspeist. Da wundert es nicht, dass auf Mastjahre auch besonders hohe Mäusepopulationen folgen. Das freut wiederum Fuchs, Kauz und Co.

 

gewinnspiel

Im November verlosen wir für 10 Personen die Tour „Stadtexpedition“ in Steyr. Fülle einfach das Formular aus & los geht’s! Viel Glück! (Gewinn bis Juni 2017 einlösbar)

Die Gewinnspiele werden monatlich durchgeführt, Frist bis jeweils 30ten des Monats. Die Verlosung erfolgt bis zum 7ten des Folgemonats, die Gewinner werden schriftlich informiert. Hier die Teilnahmebedingungen

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STADTEXPEDITION

Auf den Spuren des Nationalpark Kalkalpen in Steyr. Steyr gilt als das Tor zum Nationalpark. Hier die historische Stadt mit modernster metallverarbeitender Industrie. Dort ein 20 Quadratkilometer großes Waldschutzgebiet ohne jede Besiedelung mit natürlichen Bergbächen und tief eingeschnittenen Schluchten. Was verbindet die so unterschiedlichen Orte? Dieser Rundgang ist eine Spurensuche nach dem Nationalpark in der Stadt. Ausgestattet mit Kartenmaterial und der Lust auf´s Entdecken werden historische und höchst lebendige Verbindungen von Steyr und dem Nationalpark Kalkalpen entdeckt.

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buchtipp

UNTERIRDISCHES OBERÖSTERREICH

Höhlen. Bunker. Grüfte. Stollen. Keller. Krypten. Geheimgänge. Verliese

Riesige Höhlen, rätselhafte Erdställe, Bergwerke, Grüfte, Unterkirchen, gewaltige Bunker- und Stollenanlagen: Oberösterreich, ein Bundesland von großer landschaftlicher Vielfalt und mit außerordentlich bewegter Geschichte, beherbergt auch ein erstaunliches „Unter-Österreich“.

von Josef Weichenberger, Robert Bouchal, styria regional 2015

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