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OKTOBER

ERKUNDEN. ERFORSCHEN. ERFAHREN.

DIE SCHULPROGRAMME BEI NATURSCHAUSPIEL FÖRDERN FORSCHENDES LERNEN


Bei NATURSCHAUSPIEL kann man Forscherinnen und Forschern über die Schulter schauen. Und sogar selbst in deren Rolle schlüpfen. Egal ob es um Fledermäuse, Moore oder Geologie geht, Informationen aus erster Hand und die Beteiligung an Forschungsmethoden hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck.

 

Dazwischen und mittendrin gibt es zahlreiche Gebiete, die von großer Ursprünglichkeit geprägt sind. Die latschendurchzogene Felswüste des Toten Gebirges zum Beispiel. Oder das Naturschutzgebiet Warscheneck mit Naturjuwelen wie dem größten Lärchen- und Zirbenurwald der Ostalpen. Sie gehören zu den letzten Flächen in Mitteleuropa, die bis heute kaum von Menschen berührt sind. Das macht sie zum Rückzugsgebiet für Wildtiere von der Gämse bis zum Luchs, nicht zu vergessen die Pflanzenwelt mit vielen selten gewordenen Arten.



Besonders bei Schulklassen sind diese Touren beliebt, frei nach dem Motto „Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Natur“. Die Themenführungen an der Konrad Lorenz Forschungsstelle sind gute Beispiele für dieses „lebendige“ Lernen. Eine davon ist die Highlight-Tour des Monats, die hier gemeinsam mit der renommierten Wissenschaftlerin Didone Frigerio, den getreuen Graugänsen und dem idyllischen Almsee vorgestellt wird.

Über 12.000 Schüler tauschten 2015 als Naturforscher bei NATURSCHAUSPIEL das Klassenzimmer mit dem Lernraum in der Natur. Dieser Trend beruht auf den Prinzipien der Naturpädagogik, die neben der klassischen Wissensvermittlung auch die soziale und emotionale Ebene miteinbezieht. Waldpädagogik, Erlebnispädagogik, Kräuterpädagogik und viele Vermittlungsmethoden mehr zielen auf die Sensibilisierung von Abläufen in der Natur ab. In einem vergleichbar noch jungen pädagogischen Lernmodell – dem Forschenden Lernen – werden Kindern und Jugendlichen Raum und Zeit für selbständiges Forschen eröffnet. Das Fundament für diese pädagogischen Modelle ist die Neugierde der Kinder, ihr Interesse an Entdeckungen. Wieso, weshalb, warum? Wissenschaft zum Anfassen – ein zentrales Ziel von NATURSCHAUSPIEL.

Sommerfrische in Molln

Im Rahmen eines „Sparkling Science“-Forschungsprojektes erforscht die Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau zusammen mit Kindergarten- und Schulkindern laufend, in welchen Paar- und Kleingruppenzusammensetzungen die Waldrappen im Almtal unterwegs sind. Waldrappen sind sogenannte Ibisvögel, kamen bis vor 350 Jahren in ganz Mitteleuropa vor, in freier Wildbahn leben heute nur noch 200, nämlich in Marokko. Die gesamte Waldrapp-Kolonie, die ihr Basislager im Wildpark Grünau hat, fliegt jeden Sommer für ein paar Wochen nach Molln. Die Forscher in Grünau haben aber immer noch keine Ahnung, warum sie damit begonnen und warum sie sich ausgerechnet Molln ausgesucht haben. Ein Schlüssel dafür könnten spezielle Verbindungen im sozialen Netzwerk der Waldrappe sein. Das ist zwar ähnlich wie bei Raben weit weniger komplex als das Beziehungsgefüge von Graugänsen, doch nicht minder spannend.

Immer in Bewegung

2007 geriet der Gschliefgraben am Ostufer des Traunsees ins Rutschen, über 4 Millionen Kubikmeter Erdmasse bewegten sich talwärts. Das Gebiet ist seit knapp 200 Jahren Objekt geologischer Studien, ein tektonisches Fenster zwischen Flysch und Kalkgesteinen ist der Grund für die Massenbewegungen. Der Geologe Johannes Weidinger ist Leiter des ERKUDOK-Instituts in Gmunden und „der“ Experte für Bergstürze und Erdrutschungen in Österreich. Als Gastprofessor an der Universität Salzburg gibt er sein Wissen  an junge Kollegen weiter. Bei NATURSCHAUSPIEL vermittelt er Jung und Alt die Hintergründe der Massenbewegungen – die nicht selten durch den Einfluss des Menschen ausgelöst werden – und die Faszination für Fossilien.

Frage. Forschen. Wissenwollen

Seit 2004 gibt es in Oberösterreich eine Universität nur für Kinder, 2015 waren bereits über 2.000 junge Menschen an 6 Kinderunis angemeldet. Zwar werden wie an einer echten Universität auch an der Kinderuni klassische Vorlesungen angeboten, jedoch sind mittlerweile Workshops, Exkursionen und konkrete Forschungsaufträge der große Renner. Die Naturwissenschaften nehmen dabei die Hauptrolle ein, in der Fakultät „Tiere und Pflanzen“ werden mit NATURSCHAUSPIEL Baumriesen erkundet, die Unterwasserwelt beobachtet, in das Reich der Insekten eingetaucht oder Jungimker gesucht. Neue Ansätze in der Vermittlung versuchen nun Kinder und Jugendliche noch stärker in die Wissenschaft miteinzubeziehen. Mit den Prinzipien von „Open Innovation“ oder „Citizen Science“ werden Menschen zu Mit-Forschern gemacht. So kann man mit Global 2000 österreichweit Bienen zählen, Bird Life Österreich beim Birdwatching unterstützen oder im Rahmen der Initiative naturbeobachtung.at des Naturschutzbundes aus 130 unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten Sichtungen melden. Bei der Kinderuni erforschen junge Studierende die Pflanzen- und Tierwelt von Auen und Feuchtgebieten. Bewusstseinsbildung soll anregen: Vom Wissen zum Handeln.



 

vermittler frigerio

 

NATURVERMITTLER/IN IM PORTRÄT

DIDONE FRIGERIO

 

Von Konrad Lorenz und seiner Forschung an Graugänsen hört die italienische Wissenschaftlerin bereits während ihres Biologiestudiums an der Universität Mailand. Um Forschungserfahrung im Ausland zu sammeln, wie es die Uni empfiehlt, bewirbt sie sich um ein Praktikum an der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau im Almtal. Ihr Wunsch: hier wie einst Konrad Lorenz selbst mit Graugänsen zu arbeiten.

 

Praktische Erfahrungen mit Wasservögeln hat sie, wenn auch nur begrenzte: „Während des Studiums habe ich eine Ente großgezogen, die unsere Nachbarn bei einer Tombola gewonnen hatten.“ Aus dem befristeten Aufenthalt im Almtal wird – wie die Liebe so spielt – ein seit über 20 Jahren währender Daueraufenthalt mit Familiengründung, aus dem Praktikum eine ganze Reihe von Forschungsprojekten mit Graugänsen und Waldrappen. Ihr aktuelles Forschungsprojekt geht der Bedeutung sozialer Netzwerke in der Grünauer Waldrapp-Kolonie nach. Dabei gilt es herauszufinden, welche Waldrappen miteinander fliegen und welche einander unterstützen.

Im Rahmen eines Sparkling Science Projekts und mit der Hilfe von drei Schulen und zwei Kindergärten will Didone Frigerio auch nachvollziehen, wie stark sich der Rang in der Gruppe auf Freundschaften zwischen den seltenen Vögeln auswirkt. Nebenbei leitet sie mit ihrer Kollegin Gudrun Gegendorfer auch noch die KinderUniAlmtal.

 

 

art graugans

 

TIERPORTRÄT DES MONATS

GRAUGANS

GETREUE SCHNATTERTIERE

 

Seit dem Sommer 1973 fliegt im oberösterreichischen Almtal eine Schar von Graugänsen (Anser anser). Begründer dieser Population war der emeritierte Nobelpreisträger Konrad Lorenz. Die Graugans ist, nach der bei uns eingebürgerten Kanadagans, die zweitgrößte Gänseart Europas. Graugänse ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen, meist kurzen Gräsern und Kräutern, die sie an Land, aber auch im Wasser finden. Für gewöhnlich zeigen Graugänse eine starke Partnertreue und die Paarpartner bleiben ganzjährig und über mehrere Jahre, oft auch lebenslang, zusammen. Die jungen Graugänse heißen auf Deutsch Gössel und schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. Sie bleiben bis zur Brut im darauffolgenden Jahr mit den Eltern als Familie zusammen. Graugänse sind, wie die meisten anderen Gänsearten, sehr gesellig und haben starke familiäre Bindungen.

 

Die Gewinnspiele werden monatlich durchgeführt, Frist bis jeweils 30ten des Monats. Die Verlosung erfolgt bis zum 7ten des Folgemonats, die Gewinner werden schriftlich informiert. Hier die Teilnahmebedingungen

gewinnspiel

Gewinne für deine Schulklasse die Tour „Flattern & Schnattern im Almtal“. Fülle einfach das Formular aus & los geht’s! Viel Glück! (Gewinn bis Juni 2017 einlösbar)

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FLATTERN UND SCHNATTERN IM ALMTAL

Von ziehenden Singvögeln und dem Erbe des Konrad Lorenz. Hier wird die Vogelwelt des inneren Almtals im Lauf der Jahreszeiten und ein Naturschauspiel in zwei Akten erlebt. Der eindrucksvolle Vogelzug am Almsee zeigt die Vogelberingung als Methode der ornithologischen Forschung. Weiter geht es auf den Spuren von Konrad Lorenz und seinen Graugänsen an der Forschungsstelle Grünau.

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buchtipp

DAS ANTHROPOZÄN: EIN ZWISCHENBERICHT

Mit dem »Zeitalter des Menschen« ist erdgeschichtlich ein irreversibler Prozess in Gang gesetzt worden. Wenn das, was wir bisher als Natur verstanden haben, von Menschen gemacht ist, funktionieren Dualismen wie Natur/Kultur nicht mehr in ihrer althergebrachten Funktion. Ein neues Staunen über das Wunder Erde ist gefragt.

von Bernd Scherer, Jürgen Renn (Autoren) Matthes & Seitz 2015

DIE HIGHLIGHTS DER NÄCHSTEN MONATE

1 JAHR UND 10 THEMEN

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Stadtwildnis

Safari durch den Stadtdschungel

 

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Versunkene Welten

Über Irrlichter, Moorgeister und wilde Weiber